Warum Satinangorakaninchen

Jungtiere, etwa acht Wochen alt
Jungtiere, etwa acht Wochen alt

Es gibt so viele Kaninchenrassen - trotzdem würde ich mich immer wieder für Satinangoras entscheiden!

 

Die Größe

Satinangoras sind eine mittelgroße Rasse von ca. 3 bis 5 Kg Körpergewicht - so hat man einfach mehr Kaninchen im Arm (fühlt sich an wie eine Katze). Vielleicht durch die Größe bedingt sind sie phlegmatischer als die kleinen Rassen und dadurch auch zutraulicher. Sie sind sehr verträglich und  nicht aggressiv, wie ich es bei den Zwergen oft erlebt habe. Natürlich benötigen sie mehr Platz, fressen größere Portionen und sie graben auch größere Löcher als die Zwerge :-) Hier ist eben alles XL

 

Hier wurde am Rücken bereits gezupft. Gut zu erkennen: das neue Fell hat farbige Haarspitzen, das Unterkleid dagegen  ist hell. Darum liefern selbst schwarze Satinangoras helle Wolle
Hier wurde am Rücken bereits gezupft. Gut zu erkennen: das neue Fell hat farbige Haarspitzen, das Unterkleid dagegen ist hell. Darum liefern selbst schwarze Satinangoras helle Wolle

 

 

Die Wolle

Natürlich sind Satinangoras zum Liebhaben und Kuscheln wie alle anderen Rassen auch. Aber sie haben noch einen Zusatznutzen: Die Wolle. Innerhalb eines Jahres kann man mehrere 100 Gramm der kostbaren Haare "ernten" . Im Gegensatz zum Angorakaninchen, dass ein "Endloshaar" hat und geschoren wird, unterliegen die Satinangoras einem natürlichen Fellwechsel: Die Haare lösen sich von selbst und müssen nur noch gezupft werden. Das tut dem Tier nicht weh und die meisten halten dabei auch still. Diese Prozedur muß man machen, sonst verfilzen die Haare und die Haut darunter entzündet sich.

 

Die Wolle der Satinangoras ist genauso weich und wärmend wie die von üblichen Angoras, nur hat sie dazu noch diesen unvergleichlichen Glanz! Bedingt durch das Zupfen sind die Haare  alle gleich lang und die Farben sind viel leuchtender, weil man das ganze Haar hat und nicht nur einen abgeschnittenen Teil. Die Farbpalette der Satinangoras ist sehr groß - weiß, rot, schwarz, wildfarben, aber auch blau, braun, lux, feh, chinchilla und alle Schattierungen in den hellen Tönen. Im Prinzip sind alle Kaninchenfarben möglich! Die Wolle eignet sich ganz vorzüglich zum Handspinnen!

 

Kostbarkeit

Warum ist Satinangorawolle so teuer? Ganz einfach: aufgrund der oben genannten Eigenschaften ist sie sehr begehrt, aber nur schwer zu bekommen: Zunächst einmal gibt es nur sehr wenige Satinangoras, sie gehören zu den aussterbenden Haustierrassen. Dann ist ihr jährlicher Wollertrag sehr gering: ein gutes Tier liefert im Jahr nur zwischen 300 und 400 Gramm brauchbare Wolle. Und diese Wollgewinnung ist auch noch sehr zeitraubend: für eine "Ernte" ist man etwas eine Stunde beschäftigt und erhält etwa ein Viertel des Jahresertrags.

Candice, meine zweite Zuchthäsin
Candice, meine zweite Zuchthäsin

Mein Anliegen

Zunächst einmal bin ich kein Züchter mit 50 Buchten, Vereinsmitgliedschaft und Rasseausstellung. Satinangoras sind in Deutschland auch gar keine anerkannte Rasse, da sie nicht farbrein durchgezüchtet sind. Ich finde das aber gar nicht schlimm, sondern, im Gegenteil, liegt für mich der Reiz gerade in den bunten Würfen und der Farbenvielfalt. Satinangoras werden ja nun mal wegen der Wolle gehalten und da wird mir jede Handspinnerin Recht geben, dass es einfach toll ist, mit den verschiedenen Farben zu arbeiten.

 

Ich bin also kein Vollerwerbs-Züchter, aber ich vermehre auch nicht wahllos Tiere, an die ich zufällig gekommen bin um "mal zu sehen, was dabei heraus kommt". Mein Ziel sind große, gesunde Tiere mit hervorragender Wollqualität in ausdrucksvollen Farben. Um diese Ziele zu erreichen halte ich mich an strenge Zuchtregeln: Ich suche gezielt nach passenden Partnern, wobei ich einige Mühen auf mich nehme: so kommt mein Rammler aus der Schweiz und meine Häsin aus Hamburg.

 

Die Häsin wird nur in den Frühlings-/Sommermonaten gedeckt und wird frühestens acht Wochen nach dem Werfen dem Rammler erneut zugeführt. Für die Zucht nehme ich grundsätzlich nur erwachsene Tiere, die mindestens acht Monate alt sind (wie sollte ich sonst Größe und Wollqualität beurteilen?) Jungtiere gebe ich frühestens nach der 8. Woche ab, wenn sie sozialisiert sind und keine Probleme mehr mit der festen Nahrung haben. Dann haben sie bereits ihre erste Schur hinter sich. (Der erste Fellwechsel erfordert meistens eine Schur, danach  nicht mehr.)

 

Meine Tiere halte ich möglichst artgerecht: Für meine vier Tiere Stammbesetzung habe ich über 20 qm Gehegefläche, sie bekommen alle täglich Auslauf und haben Gesellschaft. Gefüttert wird frischer Gras-/Kräuterschnitt, Heu, Stroh, Gemüse/Obst und spezielles Angorafutter!

 

Ich ziehe also ein paar Würfe im Jahr groß und gebe die Jungtiere gerne an Liebhaber dieser Rasse ab. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand mit "meinen" Tieren auch eine kleine Hobbyzucht betreiben möchte. Ich will aber, dass es "meinen" Tieren gut geht: Der neue Besitzer eine persönlich Beziehung zu dem Tier hat und es genügend Auslauf und Gesellschaft bekommt. Darum gebe ich meine Tiere weder in Einzel- noch in reine Buchtenhaltung ab. Am liebsten ist es mir, wenn die Tiere bei mir persönlich abgeholt werden. Ein Versand mit einer professionellen Transportfirma meines Vertrauens ist aber grundsätzlich möglich. 

 

Die Kosten für ein Tier hängen ab von Qualität, Farbe und Geschlecht. Rammler kosten grundsätzlich weniger als Weibchen, um den Nachteil einer später anstehenden Kastration auszugleichen. Bei Kastraten werden auf den Grundpreis noch die Kastrationskosten hinzugerechnet. Der Preis für ein Satinangorakaninchen kann also zwischen 35 und 80 Euro liegen. Bei Interesse gebe ich gerne Auskunft.